20 Nepomuk

Der heilige Nepomuk ist eines der Wahrzeichen von Gemünd. Beim Neubau der Jülicher Brücke stiftete die Freifrau Franziska von Harff, Herrin der Herrschaft Dreiborn, diese barocke Statue und ließ sie mitten auf die Brücke stellen. Anläßlich einer späteren Erweiterung musste sie weichen und fand hier ihren Platz. Auf dem Sockel steht in der Kartusche ein Chronodistichon, ein zweizeiliges Gedicht, in dem als Großbuchstaben römische Zahlen erscheinen, die das Jahr der Aufstellung 1738 ergeben:

HIC QVI TRVNCATVS STAT PVLCHRIOR ANTE LOCATVS

ECCE PATRONVS ERIT SI TIBI FAMA PERIT

„Der, der hier verstümmelt steht, war früher als Schönerer aufgestellt.

Sieh’, er wird Beschützer sein, wenn dir der gute Ruf verdirbt.“

Wahrscheinlich war die Figur vorher an anderer Stelle aufgestellt gewesen, ehe sie hier ihren Platz fand. Sie gibt einige Rätsel auf:

– Wer war der Künstler, der die Heiligenfigur gemacht hat?

– Wo stand die Figur vorher?

– Wer schrieb den kunstvollen Vers?

– Warum ist der heilige Nepomuk hier als Beschützer der Verleumdeten und nicht als Beschützer der Brücke dargestellt?

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