04 Trutzburg

Nach dem Einsetzen der Gegenreformation in der Grafschaft Schleiden verließen viele Bürger 1619 die befestigte Stadt und ließen sich in Gemünd auf der rechten Seite der Urft nieder, die zum jülichschen Amt Heimbach gehörte. Hier erhofften sie, die der führenden Oberschicht angehörten, ihren Gottesdienst ungestört ausüben zu dürfen.

Gemünder Neubürger waren auch Reinhard Dietrich Günther und seine Ehefrau Elsgen Jonen. Sie bauten dieses prächtige steinerne Haus; den Torbogen zieren ihre Initialen samt Hausmarke und Jahreszahl. Mit dem Freiherrn von Dreiborn geriet Dietrich in einen Streit, der bis zum Reichskammergericht in Worms, dem höchsten Gericht im Deutschen Reich, geführt wurde.

Der Sage nach soll er sich jedoch nicht nur mit Wort und Schrift sondern auch mit Waffendrohung gegen den Freiherrn gewehrt haben. Daher der Hausname „Trutzburg“.

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