18 Brandgefährlich – Die Fachwerkstadt

Im Mittelalter dominierte in Schleiden die regional übliche Fachwerkbauweise der Häuser, die in der Regel mit Stroh oder Schindeln eingedeckt waren. Zudem gab es zahllose brandgefährdete Ställe und Scheunen aus Holz in der Stadt, jeder Funke konnte eine Katastrophe auslösen. Ein verheerender Stadtbrand (ausgelöst durch auf dem Markt abgestellte Holzkohle der Hüttenleute) legte im Jahr 1603 fast die gesamte Innenstadt in Schutt und Asche. Annähernd 600 Menschen wurden obdachlos.

In den Kirchen des Reiches wurden anschließend Spenden zugunsten der „armen Abgebrannten aus Schleiden“ gesammelt. In der Folge gab es weitere Brandkatastrophen, wie etwa im Jahr 1897, als ein Feuer zwölf Häuser und drei Ställe vernichtete (siehe Foto der Brandstelle). Die heute (außer Schloss und Schlosskirche) ältesten Gebäude der Stadt sind zwei Fachwerkhäuser, die im Jahr 1605 nach dem großen Brand errichtet wurden. Es handelt sich einerseits um das Haus „Am Markt 26“, an dessen historischer Eingangstür das Baujahr noch ablesbar ist, und andererseits um das Haus unmittelbar am Fuße des Schlossberges (Am Markt 9/Ecke Wolfsgasse), die sich inzwischen in hervorragend renoviertem Zustand präsentieren.

 

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