03 Sleidanusstraße

Erst im Jahr 1930 wurde die ehemalige „Hühnerstraße“ in „Sleidanusstraße“ umbenannt.

Abgesehen von der leicht geringschätzigen Assoziation, die man mit dem alten Namen verband, stand dahinter das Bestreben, an einen der großen Söhne der Stadt zu erinnern: Johannes Sleidanus, geboren 1506 in Schleiden als Johannes Philippi, gestorben am 31. Oktober 1556 als Johannes Sleidanus („der Schleidener“) in Straßburg. Er wurde Diplomat und Geschichtsschreiber der Reformationsbewegung.

Die Hühnerstraße verkörperte mit ihren Fachwerk-Hausfronten lange Zeit ein Stück Alt-Schleiden. Dort herrschte insbesondere auch ein beispielhaftes Miteinander der Religionen. Das evangelische Pfarrhaus mit evangelischer Schule bestand neben der jüdischen Metzgerei Rosenbaum und den Häusern katholischer Familien, die Nachbarn pflegten gute Freundschaft.

Beim Kriegsende 1944/1945 wurde die Bebauung der Sleidanusstraße weitgehend zerstört.

Veröffentlicht unter Schleiden